Beim Münchner Oktoberfest steigen die Bierpreise jährlich auf neue Rekordhöhen. 2012 wird ein Bier in den Festzelten zwischen 9,10 Euro und 9,50 Euro kosten – im Durchschnitt über alle Zelte hinweg 9,32 Euro. Während die deutschen Besucher der Wiesn über den neuerlichen Preissprung wettern, ist der Preis für eine Maß Oktoberfestbier für manch einen ausländischen Besucher ein wahres Schnäppchen. Das hat das Personalberatungsunternehmen ECA International festgestellt und aus Bierpreisen und Wechselkursen für ausgewählte Besuchernationen einen Bierpreisindex für die Wiesn erstellt.
Insbesondere Besucher aus Norwegen können auf der Münchner Theresienwiese dem Bierkonsum für ihre Verhältnisse günstig frönen: Eine Maß „Helles“ auf dem Oktoberfest kostet sie weniger als die Hälfte von einem Bier in der Heimat. Auch die Gäste aus Italien und Australien dürften sich bereits auf den Anstich am 22. September freuen, denn den Liter Bier erhalten sie in der Heimat nicht so billig wie auf der Wiesn: Australier bekommen fünf Maß zum Preis von vier daheim; Italiener sparen immerhin noch 13 Prozent pro Liter. Bier zum Rekordpreis? Nicht für Gäste aus der Schweiz – sie sehen einer prächtigen Sause entgegen und trinken quasi jedes dritte Bier umsonst. Aber wo Gewinner, da Verlierer: 15 Prozent mehr als in einer heimischen Kneipe müssen Besucher aus Österreich für den Umtrunk auf dem größten Volksfest der Welt zahlen. Gästen aus Spanien reißt die Party in einem Festzelt ein großes Loch ins Portemonnaie – sie legen vergleichsweise 35 Prozent mehr auf den Tresen. Britische Oktoberfest-Fans müssen für ein frisch Gezapftes fast 30 Prozent mehr berappen als in einem englischen Pub. Schlusslicht des Rankings ist Südafrika: Der Liter Gerstensaft kostet sie auf der Wiesn nämlich exakt das Doppelte von einem Bier daheim!
Die Preisunterschiede beschränken sich nicht auf den Gerstensaft. Ein Mineralwasser zwischendurch? Das gibt es für Kanadier in München rund ein Drittel günstiger als in der Heimat. Gäste aus Frankreich hingegen werden schon beim Anblick der Sprudelpreise wieder nüchtern: Ein Wasser kostet hierzulande fast 75 Prozent mehr als in der „Grande Nation“. Der preisbewusste Neuseeländer setzt auf Limonade – Softdrinks sind hierzulande fast 50 Prozent billiger. Dankbar für das herrschende Rauchverbot sind vermutlich Japaner, die so gar nicht erst in Versuchung geführt werden und bei Verzicht um den Aufpreis von knapp einem Viertel herumkommen. Gäste aus Australien hingegen bekommen Zigaretten selten so günstig: Ein Päckchen kostet sie in Deutschland weniger als die Hälfte.
Für Besucher aus den meisten Ländern gilt: rechtzeitig an einen möglichen Kater denken – und Kopfschmerztabletten einpacken. Denn die sind hierzulande verhältnismäßig teuer. Haben die Pillen nicht den Weg in die Reiseapotheke gefunden, zahlen beispielsweise Briten, Australier und Franzosen dafür hierzulande mehr als das doppelte; US-Amerikaner müssen „nur“ 85 Prozent mehr berappen als in der Heimat.
„Bier zum Rekordpreis? Das gilt in erster Linie für die Einheimischen. Man sollte es nicht für möglich halten, aber Feiern auf dem Oktoberfest ist für viele Besucher aus dem Ausland tatsächlich ein günstiger Spaß“, sagt Mira Pathak, Business Development Manager bei ECA International. „Japaner, Norweger und Schweizer beispielsweise zahlen für das Bier auf der Wiesn deutlich weniger als daheim. Aber nicht nur das, sie sparen hierzulande auch beim Konsum anderer Waren und Dienstleistungen mehr als 30 Prozent.“
Diese Zahlen basieren auf einer internationalen Lebenshaltungskostenstudie von ECA International vom März 2012. International tätige Unternehmen nutzen diese Daten zur Berechnung von Zuschlägen für ins Ausland entsendete Angestellte.

Hinweis für Journalisten
ECA International ist weltweiter Marktführer bei der Entwicklung und Bereitstellung von HR-Management-Lösungen rund um das Entsenden von Mitarbeitern ins Ausland.
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